Aus der Kategorie Gute Nacht Sprüche (4/190)

Hier findest du eine Auswahl lustiger Sprüche aus der Kategorie "Gute Nacht".

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Aus der Kategorie Lustige Texte und witzige Geschichten

"Kekse", von Douglas Adams

"Folgendes ist einem echten Menschen tatsächlich
passiert, und dieser Mensch bin ich. Ich musste mit
dem Zug verreisen. Es war im April 1976 in Cambridge
in England. Ich war etwas zu früh auf dem Bahnhof,
weil ich mich in der Abfahrtszeit geirrt hatte. Also
kaufte ich mir eine Zeitung, um das Kreuzworträtsel zu
lösen, eine Tasse Kaffee und eine Packung Kekse.
Ich setzte mich an einen Tisch. Stellen Sie sich die
Szene bitte genau vor. Es ist sehr wichtig, dass Sie
sich ein deutliches Bild davon machen. Da ist der
Tisch, die Zeitung, die Tasse Kaffee, die Packung
Kekse. Mir gegenüber sitzt ein Mann, ein vollkommen
normal aussehender Mann in einem Straßenanzug und mit
einer Aktentasche. Er sah nicht so aus, als würde er
etwas Verrücktes machen. Doch dann machte er dies: Er
beugte sich plötzlich vor, griff sich die Packung
Kekse, riss sie auf, nahm einen Keks heraus und aß
ihn.
Das, muss ich gestehen, ist genau die Sorte Verhalten,
mit der Briten ganz schlecht umgehen können. Nichts in
unserer Herkunft, Ausbildung oder Erziehung lehrt uns,
wie man mit jemandem umgeht, der einem am helllichten
Tag gerade Kekse geklaut hat.
Sie wissen, was passieren würde, wenn das in South
Central Los Angeles geschehen wäre. Ganz schnell wären

Schüsse gefallen, Hubschrauber gelandet, CNN, na, Sie
wissen schon...
Aber schließlich tat ich das, was jeder heißblütige
Engländer getan hätte: Ich ignorierte es. Ich starrte
in die Zeitung, trank einen Schluck Kaffee, versuchte
mich vergeblich an dem Kreuzworträtsel und dachte: Was
soll ich bloß tun?
Schließlich dachte ich mir: Geht nicht anders, ich
muss einfach irgendetwas tun, und bemühte mich sehr
angestrengt, keine Notiz davon zu nehmen, dass das
Päckchen rätselhafterweise schon geöffnet war. Ich
nahm mir einen Keks.
Jetzt habe ich's ihm aber gezeigt, dachte ich. Doch
nein, denn einen Augenblick später tat er es wieder.
Er nahm sich sogar noch einen Keks.
Da ich schon beim ersten Mal nichts gesagt hatte, war
es beim zweiten Mal irgendwie noch schwieriger, das
Thema anzuschneiden. "Entschuldigen Sie, ich habe
zufällig bemerkt..."
Also wirklich, so geht das einfach nicht.
Aber so aßen wir die ganze Packung. Wenn ich sage, die
ganze Packung, meine ich, es waren im Ganzen etwa nur
acht Kekse, aber mir kam es wie eine Ewigkeit vor. Er
nahm sich einen Keks, ich nahm mir einen, er nahm sich
einen, ich nahm mir einen.
Als wir fertig waren, stand er endlich auf und ging
weg. Na schön, wir warfen einander vielsagende Blicke
zu, dann ging er weg, und ich atmete erleichtert auf
und lehnte mich zurück.
Wenig später fuhr mein Zug ein, ich trank schnell
meinen Kaffee aus, stand auf, nahm die Zeitung, und
unter der Zeitung lagen meine Kekse. Besonders gut
gefällt mir an dieser Geschichte die Vorstellung, dass
seit einem Vierteljahrhundert irgendwo in England ein
ganz normaler Mensch herumläuft, der genau dieselbe
Geschichte erlebt hat. Nur fehlt ihm die Pointe."

"Kekse", eine Anekdote von Douglas Adams, erzählt im
Rahmen einer Rede bei Embedded Systems, 2001.
Veröffentlicht in "Lachs im Zweifel", Heyne-Verlag
München. Abdruck mit freundlicher Genehmigung.


Aus der Kategorie Lustige Texte und witzige Geschichten

Weihnachten: das Fest der Feste,
das Fest der Kinder, das Fest der Gäste.
Hektisch geht es vorher zu,
von früh bis abends keine Ruh.
Ein Hetzen, Kaufen, Backen, Messen,
hat man auch niemanden vergessen?

So ging's mir, keine Ahnung habend,
vor ein paar Jahren, Heiligabend,
der zudem noch ein Sonntag war.

Ich saß grad bei der Kinderschar
Da sprach mein Weib: " Tu dich nicht drücken,
du hast heut' noch den Baum zu schmücken!"
Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab' kurz darauf ich schon geschwitzt;
den Baum auf richt'ge Läng' gesägt
und in den Ständer eingelegt.
Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne;
Krippenfiguren mit Laterne.
Zum Schluß - ja Herrschaft - Donnerwetta!
Nirgends fand ich das Lametta!

Meiner Frau, der wurd es heiß
und sie sprach: " Jawohl, ich weiß,
vor'ges Jahr war's stark verschlissen,
drum hab'n wir's damals weggeschmissen,
Vergessen hab' ich, neues zu besorgen,
doch werden wir uns nachbarlich was borgen."

Doch Nachbar links, rechts, drunter, drüber,
keiner hat Lametta über.
Die Geschäfte sind geschlossen,
beide Eltern schau'n verdrossen.
Als Psychologe zu den Knaben
sprach ich: " Wir werden heuer haben
einen Baum, altdeutscher Stil,
weil mir Lametta nie gefiel!" -

Da gab es Tränen, Schluchzen, Heulen,
ich tat mich drum sehr schnell beeulen
zu sagen: "Stoppt mir sofort euer Gezeta,
ihr kriegt 'nen Baum mit viel Lametta!"
Trotzdem konnt' ich noch nicht begreifen,
woher bekomm' ich Silberstreifen?! -

Als ich holte grad' ein Messer,
las ich: " Hengstenberg - Mildessa ".
So stand's auf Sauerkraut-Konserve.
Ich kombinier' mit Messerschärfe:
Hier ist die Lösung eingebettet,
das Weihnachtsfest, es ist gerettet.

Schnell wurd' der Deckel aufgedreht,
das Kraut gepreßt, so gut es geht,
zum trocknen einzeln aufgehängt
und dann geföhnt, doch nicht versengt.
Die trock'nen Streifen, sehr geblicken,
mit Silberbronze angestrichen.
Auf beiden Seiten Silberkleid,
oh freue dich oh Christenheit ! -

Der Christbaum wurd einmalig schön,
wie selten man ihn hat geseh'n.
Zwar roch's süßsauer zur Bescherung.
Gerüchlich gab's 'ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
mit Nitro reinigte ich Hos' und Wände.
Vereint mit Räucherkerz' und Myrrthe
Gesamt-Odeur etwas verirrte.
Und jedermann sprach stillverwundert:
" Hier riecht's nach technischem Jahrhundert !" -

'Ne Woche drauf. - Ich döste fest und fester,
's war wieder Sonntag und und man schrieb Silvester.
Da sprach mein Weib: " Es kommen Schulzes, Lehmann, Meier,
heut' abend zur Silvesterfeier.
Wir werden leben grad' so wie die Fürstel,
ich gebe Sauerkraut und viele Arten Würstel ".

Dann folgt ein Schrei, wobei entsetzt sie schaut,
sie stöhnt: " Am Christbaum hängt das Sauerkraut !
Vergessen hab' ich, neues zu besorgen,
Doch werden wir uns nachbarlich was borgen ".

Doch Nachbar links, rechts, drunter, drüber,
Sauerkraut hat keiner über.
Die Geschäfte sind geschlossen.
Und so wurd ich wieder Retter,
holte vom Baume das Lametta.
Mit Terpentinöl und Bedacht,
hab' ich das Silber abgemacht.
Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz,
Curry, Ingwer, Gänseschmalz.

Dann, als das Ganze sich erhitzte,
das Kraut, es funkelte und blitzte,
da konnt' ich nur nach Oben fleh'n:
'Laß diesen Kelch vorübergeh'n! -

Als das Kraut dann wurd' serviert,
ist dann folgendes passiert:
Eine Dame mußte niesen.
Man sah aus ihren Näschen sprießen
tausend winz'ge Silbersterne.
"Mach' es noch mal, ich seh' das gerne ",
So rief man ringsrum, hocherfreut,
doch sie, die wußte nicht Bescheid.

Franziska Lehmann sprach zum Franz:
Dein Goldzahn hat heut' Silberglanz!"
Und einer, der dann mußte mal,
der rief; " Ich hab' nen Silberstrahl!"
So gab's nach dieser Kraut-Methode,
noch manche nette Episode. -

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:
"Es hat mir gut gefallen hier,
doch wär' die Wohnung noch viel netter,
hätt'st du am Weihnachtsbaum Lametta!"

Ich konnte da gequält nur lächeln
und frische Luft mir noch zufächeln.
Ich sprach und klopfte ihm aufs Jäckchen:
"Nächst's Jahr, da kauf' ich hundert Päckchen!!!"


Aus der Kategorie Wochenende Sprüche

Montag hängt der Mund noch schief,
doch je nachdem wie die Woche verlief,
zaubert uns des Freitags' End
das wunderschöne Wochenend'.